Wie viel Immobilie kann ich mir leisten?
LeistbarkeitWie viel Haus kann ich mir leisten? Die Rechnung in drei Schritten
Das Budget entsteht nicht aus dem Kaufpreis, sondern aus der Monatsrate: Wer 4.500 Euro Haushaltsnetto zur Verfügung hat und die verbreitete Belastungsquote von 35 Prozent ansetzt, kommt auf eine Rate von 1.575 Euro, und daraus folgt bei 3,8 Prozent Sollzins und 2 Prozent anfänglicher Tilgung ein Darlehen von 325.862 Euro. Zusammen mit 100.000 Euro einsetzbarem Eigenkapital und Kaufnebenkosten von 8,5 Prozent in Nordrhein-Westfalen ergibt das einen maximalen Kaufpreis von rund 392.500 Euro. Die Falle steckt in der Rate selbst, denn sie deckt ausschließlich Zins und Tilgung ab und nicht die laufenden Kosten des Objekts. Wer die Bewirtschaftung von etwa 350 Euro im Monat vorher abzieht, landet bei 325.760 Euro Kaufpreis und damit 66.740 Euro tiefer. Genau diese Reihenfolge macht der Rechner nachvollziehbar: Rate festlegen, laufende Kosten abziehen, Bundesland wählen und den Kaufpreis ablesen, der danach übrig bleibt.
Was der Budgetrechner bei 3.000, 4.000 und 5.000 Euro netto ausgibt
Weil die Rate linear am Einkommen hängt, lässt sich das Ergebnis für die gängigen Einkommensstufen direkt ablesen. Bei einer Belastungsquote von 35 Prozent, 3,8 Prozent Sollzins, 2 Prozent anfänglicher Tilgung, gleichbleibend 100.000 Euro einsetzbarem Eigenkapital und Kaufnebenkosten von 8,5 Prozent in Nordrhein-Westfalen trägt ein Haushaltsnetto von 3.000 Euro eine Rate von 1.050 Euro, ein Darlehen von 217.241 Euro und einen Kaufpreis von rund 292.400 Euro. Bei 4.000 Euro sind es 1.400 Euro Rate, 289.655 Euro Darlehen und rund 359.100 Euro Kaufpreis, bei 5.000 Euro entsprechend 1.750 Euro, 362.069 Euro und rund 425.900 Euro, bei 6.000 Euro schließlich 2.100 Euro, 434.483 Euro und rund 492.600 Euro. Jede weitere Stufe von 1.000 Euro Haushaltsnetto verschiebt den Kaufpreis damit um rund 66.700 Euro nach oben. Die wichtigere Zahl steht daneben: Die laufende Bewirtschaftung von 350 Euro im Monat kostet bei dieser Quote exakt denselben Betrag, nämlich ebenfalls rund 66.700 Euro Kaufpreis. Wer sie vorher abzieht, rechnet also eine volle Einkommensstufe tiefer und trifft damit den Wert, den der Haushalt nach dem Einzug wirklich trägt.
Warum die 35-Prozent-Regel den Kaufpreis zu hoch ansetzt
Die 35-Prozent-Regel bezieht sich auf den Schuldendienst und damit nur auf Zins und Tilgung, während ein gekauftes Objekt daneben jeden Monat Geld kostet, das vorher in der Warmmiete steckte. Bei einer Eigentumswohnung liegt das Hausgeld verbreitet zwischen 3,00 und 4,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche und Monat, und der Anteil für Verwaltung und Erhaltungsrücklage bleibt dauerhaft beim Eigentümer, wie unser Artikel zum Hausgeld im Einzelnen nachrechnet. Beim Haus entfällt das Hausgeld, dafür kommen Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Heizung, Wasser und die eigene Rücklage zusammen. Für die Rücklage nennt § 28 Absatz 2 der Zweiten Berechnungsverordnung Höchstbeträge von 9,00 Euro je Quadratmeter und Jahr ab einem Gebäudealter von 22 Jahren und 11,50 Euro ab 32 Jahren, was bei 100 Quadratmetern 75 bis 96 Euro im Monat ausmacht; welche Höhe angemessen ist, behandelt unser Artikel zur Instandhaltungsrücklage. Wer diese Positionen erst nach dem Kauf entdeckt, zahlt sie trotzdem, deshalb gehören sie in die Rate hinein und nicht daneben. Im Rechner lässt sich das über den Schalter „Rate selbst festlegen“ abbilden: Statt der rechnerischen 1.575 Euro trägt man 1.225 Euro ein und sieht den Kaufpreis, der die Bewirtschaftung schon verkraftet.
Die Bank rechnet nicht mit 35 Prozent, sondern mit einer Pauschale
Die Bank prüft nicht mit einer Quote, sondern mit einer Haushaltsrechnung, in der dem anerkannten Nettoeinkommen eine Pauschale für die Lebenshaltung gegenübersteht. Je nach Institut liegt diese Pauschale bei 600 bis 800 Euro für die erste Person und 200 bis 250 Euro für jede weitere, sodass ein Vierpersonenhaushalt mit etwa 1.200 bis 1.550 Euro angesetzt wird. Abgedeckt sind damit Ernährung, Kleidung, Freizeit, Medien, Mobilität und die Wohnnebenkosten, während Versicherungsbeiträge, laufende Kreditraten und die neue Immobilienrate zusätzlich abgezogen werden. Der Vergleich beider Wege fällt unbequem aus, weil die Pauschale in aller Regel großzügiger rechnet als die Faustformel: Bei 4.500 Euro Netto und einem Paar mit zwei Kindern bleiben nach 1.550 Euro Pauschale und 350 Euro Bewirtschaftung rechnerisch 2.600 Euro übrig, während die 35-Prozent-Regel bei 1.575 Euro stoppt. Eine genehmigte Finanzierung ist damit noch keine tragbare, weil eine Pauschale eine Untergrenze abbildet und keinen Haushalt, der in den Urlaub fährt und irgendwann ein Auto ersetzt. Für die eigene Planung ist deshalb der niedrigere der beiden Werte die belastbare Zahl. Dazu kommt ein Kriterium, das in keiner Quote steckt: Banken erwarten in aller Regel, dass das Darlehen bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren weitgehend getilgt ist, weshalb ein später Kauf eine höhere anfängliche Tilgung und damit eine höhere Rate erzwingt.
Welches Einkommen die Bank anerkennt und welches nicht
Anerkannt wird, was dauerhaft und nachweisbar eingeht: Lohn und Gehalt aus einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, Renten, Mieteinnahmen, Zinsen und Dividenden sowie Unterhalt und Kindergeld, solange sie noch längere Zeit fließen. Unregelmäßige Bestandteile bleiben außen vor, also Prämien, Sonderzahlungen und Überstundenzuschläge, und Eltern- oder Arbeitslosengeld zählt wegen seiner Befristung nur in Ausnahmefällen mit. Wer in der Probezeit steht, einen befristeten Vertrag hat oder selbstständig arbeitet, reicht entsprechend mehr ein und wird vorsichtiger gerechnet, bei Selbstständigen üblicherweise über mehrere abgeschlossene Geschäftsjahre hinweg. In das Feld „Haushalts-Netto / Monat“ gehören deshalb nur die regelmäßigen Eingänge, sonst weicht das Ergebnis genau um den Betrag nach oben ab, den die Bank später wieder streicht.
100 Euro Kreditrate kosten rund 20.700 Euro Budget
Jede bestehende Rate wandert eins zu eins aus dem Budget heraus und verkleinert die Summe, die für die Immobilie finanziert werden kann. Bei einer Annuität aus 3,8 Prozent Zins und 2 Prozent Tilgung entsprechen 100 Euro Monatsrate rund 20.700 Euro Darlehen, ein Autokredit über 400 Euro kostet also etwa 82.800 Euro Kaufkraft. Das gilt für Ratenkredite, Leasingverträge und Unterhaltsverpflichtungen gleichermaßen, und ein dauerhaft ausgeschöpfter Dispositionskredit wird ebenfalls angerechnet. Daraus folgt ein Hebel, den der Rechner sichtbar macht, denn ein Kleinkredit mit kurzer Restlaufzeit, der vor dem Kauf abgelöst wird, verschiebt das Budget stärker als jede Nachverhandlung um ein Zehntel Prozentpunkt beim Zins. In das Feld „Bestehende Raten / Monat“ gehört die Summe aller Verpflichtungen, die nach dem Kauf weiterlaufen.
Warum die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital kommen müssen
Die Kaufnebenkosten müssen aus Eigenkapital kommen, weil sie den Wert der Immobilie nicht erhöhen und der Bank daher keine Sicherheit verschaffen. Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch summieren sich in Nordrhein-Westfalen auf etwa 8,5 Prozent des Kaufpreises und in Bayern auf rund 5,5 Prozent, weil die Grunderwerbsteuer dort 3,5 statt 6,5 Prozent beträgt. Für das Beispiel mit 100.000 Euro einsetzbarem Eigenkapital bedeutet das einen maximalen Kaufpreis von 403.660 Euro in Bayern gegenüber 392.500 Euro in Nordrhein-Westfalen, also gut 11.100 Euro Unterschied bei identischem Einkommen. Kommt eine Maklercourtage von 3,57 Prozent als Käuferanteil hinzu, sinkt der Wert in Nordrhein-Westfalen auf rund 380.000 Euro. Der Schalter „Kaufnebenkosten aus Eigenkapital“ sollte deshalb aktiv bleiben, denn die Alternative ist eine Finanzierung jenseits der hundert Prozent. Die Einzelpositionen nach Bundesland und GNotKG stehen im Kaufnebenkosten-Rechner, die Fälligkeiten in unserem Artikel zu den Kaufnebenkosten.
Warum ein Bestandsobjekt ein zweites Budget braucht
Der ausgerechnete Kaufpreis ist der Betrag für das Objekt im heutigen Zustand und nicht der Betrag, den es bis zur Bezugsfertigkeit kostet. Der Vermittler Dr. Klein veranschlagt den Modernisierungsbedarf je nach Alter des Gebäudes mit rund 16 Prozent des Kaufpreises bei einem Baujahr unter fünfzehn Jahren, etwa 20 Prozent bei den Baujahren der 1980er und 1990er Jahre und bis zu 40 Prozent bei Gebäuden über fünfzig Jahren. Bei einem Kaufpreis von 359.100 Euro und einem Baujahr von 1985 sind das rund 71.800 Euro, die entweder aus dem Eigenkapital kommen oder das Darlehen und damit die Rate erhöhen. Eigenleistung mildert das nur begrenzt, denn Banken erkennen eine Muskelhypothek in der Praxis mit 5.000 bis 30.000 Euro an und verlangen dafür einen nachvollziehbaren Nachweis der geplanten Arbeiten und der eigenen Arbeitsstunden. Welche Sanierungsposten an welcher Energieeffizienzklasse hängen und was sie in Euro bedeuten, rechnet unser Artikel zur Energieeffizienzklasse durch, und welcher Teil davon bei einer Begehung vor dem Kaufvertrag überhaupt auffällt, steht in unserem Artikel zum Gutachter beim Hauskauf. In den Rechner gehört dieser Betrag als Abzug vom einsetzbaren Eigenkapital und nicht als Posten, der sich später klärt.
Welche KfW-Förderung das Budget erhöht und welche nicht
Ein Förderkredit verschiebt das Budget nur dann, wenn Objekt und Haushalt in das jeweilige Programm passen, und die beiden Familienprogramme der KfW schließen einander aus. Wohneigentum für Familien (300) gilt ausschließlich für den Neubau und den Erstkauf eines klimafreundlichen Wohngebäudes und reicht bei einem Kind bis 170.000 Euro, bei fünf und mehr Kindern mit Nachhaltigkeitszertifikat bis 270.000 Euro. Jung kauft Alt (308) zielt umgekehrt auf den Kauf eines sanierungsbedürftigen Bestandsgebäudes, liegt zwischen 140.000 und 180.000 Euro und setzt zum Zeitpunkt der Antragstellung einen Energieausweis der Klasse F, G oder H voraus, wobei das Gebäude danach auf den Standard Effizienzhaus 85 Erneuerbare-Energien zu sanieren ist. Für beide Programme liegt die Grenze des Haushaltseinkommens bei 90.000 Euro im Jahr bei einem Kind und steigt um 10.000 Euro je weiterem Kind, es muss mindestens ein Kind unter achtzehn Jahren im Haushalt leben und die Immobilie selbst bewohnt werden. Der häufigste Fall, also der Kauf eines ordentlich erhaltenen Bestandsobjekts ohne Sanierungsauflage, fällt damit aus beiden Rastern heraus. Wer eine Förderung einplanen kann, erhöht im Rechner nicht das Eigenkapital, sondern senkt den Sollzins auf den Mischzins beider Darlehen.
Zwischen 3,0 und 4,5 Prozent Sollzins liegen 87.231 Euro Kaufkraft
Bei gleicher Rate verschiebt der Sollzins das mögliche Darlehen erheblich, weil die Rate aus Zins und Tilgung zusammengesetzt ist und ein größerer Zinsanteil weniger Tilgung zulässt. Aus 1.575 Euro Monatsrate werden bei 3,0 Prozent Sollzins und 2 Prozent Tilgung 378.000 Euro Darlehen, bei 3,8 Prozent sind es 325.862 Euro und bei 4,5 Prozent nur noch 290.769 Euro. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten dieser drei Sätze liegen 87.231 Euro Kaufkraft, ohne dass sich am Haushalt etwas ändert. Die Tilgung wirkt in dieselbe Richtung, allerdings freiwillig: 3 Prozent statt 2 Prozent anfänglicher Tilgung senken das Darlehen bei 3,8 Prozent Zins auf 277.941 Euro, kosten also 47.921 Euro Budget und verkürzen dafür die Zeit bis zur Volltilgung um mehrere Jahre. Wie sich beides über die Laufzeit auswirkt, zeigt der Tilgungsplan mit Sondertilgung Monat für Monat.
Warum der maximale Kaufpreis nicht der Zielpreis ist
Der ausgewiesene Höchstpreis ist eine Grenze und keine Empfehlung, weil die Kondition der Bank am Beleihungsauslauf hängt und der genau dann in die teure Stufe kippt, wenn das Budget vollständig ausgereizt wird. Gemessen wird nicht am Kaufpreis, sondern am Beleihungswert, der regelmäßig zehn bis dreißig Prozent darunter liegt, weshalb 20 Prozent Eigenkapital rechnerisch nicht bei achtzig Prozent Auslauf landen, sondern bei fast hundert. Die Stufe bei achtzig Prozent verlangt bei einem Objekt über 400.000 Euro tatsächlich 36,5 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital, wie unser Artikel zum Beleihungsauslauf vorrechnet. Oberhalb von hundert Prozent nennt baufivergleich.de Zinsaufschläge von 0,5 bis 0,8 Prozentpunkten, für eine Finanzierung über 110 Prozent einschließlich der Nebenkosten 0,8 bis 1,5 Prozentpunkte, und dazu verlangen Banken dort meist mindestens 3 Prozent anfängliche Tilgung. Beides zusammen senkt die tragbare Darlehenssumme erneut, sodass sich der Höchstpreis in dem Moment selbst widerlegt, in dem er wirklich bezahlt wird. Welche Rolle die Quote insgesamt spielt, ordnet unser Artikel zum Eigenkapital beim Immobilienkauf ein.
Was am Ende der Zinsbindung noch offen ist
Am Ende der Zinsbindung ist die Frage nach der Leistbarkeit ein zweites Mal zu beantworten, weil dann eine Restschuld zum künftigen Marktzins weiterfinanziert werden muss. Von 325.862 Euro Darlehen bei 3,8 Prozent Sollzins und 2 Prozent Tilgung bleiben nach zehn Jahren rund 247.000 Euro offen, also gut drei Viertel der Ausgangssumme. Für diesen Teil gilt das heutige Zinsniveau nicht mehr, und je knapper die Rate heute kalkuliert ist, desto weniger Spielraum bleibt für einen höheren Anschlusszins. Eine längere Zinsbindung verschiebt dieses Risiko gegen einen kleinen Zinsaufschlag nach hinten, wie unser Artikel zu Zinsbindung 10 oder 15 Jahre durchrechnet, und zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung besteht ohnehin ein Kündigungsrecht nach § 489 Absatz 1 Nummer 2 BGB mit sechs Monaten Frist und ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Die Restschuld zum gewählten Zeitpunkt weist dieser Rechner direkt aus, die Optionen für die Zeit danach vergleicht der Rechner zur Anschlussfinanzierung.
Vom Budget zur Finanzierungsbestätigung: was die Bank sehen will
Aus einem Budget wird ein Angebot, sobald die Bank dieselben Zahlen nachvollziehen kann. Dafür verlangt sie eine Selbstauskunft mit allen Einnahmen und Verpflichtungen, die letzten Gehaltsabrechnungen, bei Selbstständigen Bilanzen oder Einnahmenüberschussrechnungen mehrerer Jahre, eine Auskunft zur Bonität und einen Nachweis über das Eigenkapital samt seiner Herkunft. Dazu kommen die Unterlagen zum Objekt, also Grundbuchauszug, Grundriss, Wohnflächenberechnung und Energieausweis, bei einer Eigentumswohnung zusätzlich Teilungserklärung, Wirtschaftsplan und die Protokolle der Eigentümerversammlung. Welche Papiere in welcher Reihenfolge gebraucht werden und welche Fristen daran hängen, listet unser Artikel zu den Unterlagen beim Wohnungskauf auf. Wer vor der ersten Besichtigung ein realistisches Budget kennt, verhandelt über ein Objekt in der passenden Preisklasse und nicht über eine Finanzierung, die am Ende nicht genehmigt wird.