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Titelbild: Energieeffizienzklasse Haus: A bis H in Euro
Grundlagen

Energieeffizienzklasse Haus: A bis H in Euro

Die Energieeffizienzklasse im Exposé ist eine Kostenangabe, die als Buchstabe auftritt. Wer sie in Euro umrechnet, sieht sofort, um wie viel der Kaufpreis sinken muss, damit sich ein schlecht gedämmtes Haus gegenüber einem sanierten überhaupt rechnet.

Inhalt

Die Energieeffizienzklasse im Exposé ist eine Kostenangabe im Buchstabengewand. Ein Haus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche in Klasse F braucht rechnerisch bis zu 28.000 Kilowattstunden im Jahr und kostet beim heutigen Gaspreis damit rund 3.080 Euro an Heizkosten, während dasselbe Haus in Klasse C bei 1.540 Euro liegt. Die Differenz von 128 Euro im Monat wiegt genauso schwer wie ein zusätzliches Darlehen über 25.667 Euro, und um diesen Betrag muss der Kaufpreis niedriger liegen, damit dich die schlechtere Klasse monatlich nicht mehr kostet. Der teuerste Denkfehler dabei ist, den Wert im Ausweis für eine Messung am Gebäude zu halten, denn ein Verbrauchsausweis bildet vor allem das Heizverhalten der Vorbewohner ab. Nimm die Klasse aus der Anzeige, rechne sie in Euro um und zieh das Ergebnis von deinem Budget ab, bevor du über den Preis sprichst.

Was steckt hinter den Buchstaben A+ bis H?

Hinter jedem Buchstaben steht eine feste Spanne an Endenergie, gemessen in Kilowattstunden je Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr. Die Skala ist in Anlage 10 des Gebäudemodernisierungsgesetzes festgelegt und reicht von A+ mit höchstens 30 Kilowattstunden bis H mit mehr als 250. Dazwischen liegen die Grenzen bei 50, 75, 100, 130, 160, 200 und 250, sodass jede Stufe zwischen 20 und 50 Kilowattstunden breit ist. Ein Gebäude an der oberen Kante einer Klasse verbraucht also deutlich mehr als eines an der unteren Kante derselben Klasse, was den Buchstaben allein zu einer groben Auskunft macht.

Wichtig ist, welche Energie gezählt wird. Der Ausweis für Wohngebäude weist Endenergie aus, also die Menge, die an der Gebäudegrenze ankommt und über die Heizungsrechnung bezahlt wird, einschließlich Warmwasser und der Hilfsenergie für Pumpen und Regelung. Der Strom für Kühlschrank, Licht und Waschmaschine steckt nicht darin. Wer die Klasse in Euro umrechnet, rechnet deshalb mit dem Preis des Heizenergieträgers und nicht mit dem Haushaltsstromtarif.

Die Klasse hat außerdem nichts mit dem KfW-Effizienzhaus-Standard zu tun, auch wenn beide Systeme mit ähnlich klingenden Bezeichnungen arbeiten. Ein Effizienzhaus 55 beschreibt, wie viel Primärenergie ein Gebäude im Vergleich zu einem gesetzlich definierten Referenzgebäude braucht, und dient als Fördergrundlage. Die Buchstabenklasse beschreibt dagegen den absoluten Endenergiewert und dient als Verbraucherinformation im Verkauf. Ein Haus kann damit Klasse B erreichen, ohne jemals einen Effizienzhaus-Standard erfüllt zu haben.

Was kostet jede Klasse im Jahr?

Bei 140 Quadratmetern Wohnfläche reicht die Spanne von 462 Euro in Klasse A+ bis 4.620 Euro in Klasse H, und dazwischen liegt jede Stufe rund 300 bis 800 Euro auseinander. Die Umrechnung dorthin ist eine einzige Multiplikation, die auf keiner Anzeige steht. Die folgende Tabelle nimmt für jede Klasse den ungünstigsten Wert der jeweiligen Spanne, eine Wohnfläche von 140 Quadratmetern und einen Gaspreis von 11 Cent je Kilowattstunde, was Anfang September 2026 dem Niveau für Neuabschlüsse entspricht. Für Klasse H rechnet die Tabelle mit 300 Kilowattstunden, weil die Klasse nach oben offen ist.

KlasseEndenergie je m² und JahrVerbrauch bei 140 m²Heizkosten im Jahr
A+bis 30 kWh4.200 kWh462 €
Abis 50 kWh7.000 kWh770 €
Bbis 75 kWh10.500 kWh1.155 €
Cbis 100 kWh14.000 kWh1.540 €
Dbis 130 kWh18.200 kWh2.002 €
Ebis 160 kWh22.400 kWh2.464 €
Fbis 200 kWh28.000 kWh3.080 €
Gbis 250 kWh35.000 kWh3.850 €
Hab 250 kWh42.000 kWh4.620 €

Der Abstand zwischen zwei benachbarten Klassen liegt bei dieser Wohnfläche zwischen 300 und 800 Euro im Jahr, und er wächst nach unten hin, weil die Spannen breiter werden. Genau deshalb ist der Sprung von E nach F der Punkt, an dem die Betriebskosten die Kaufentscheidung wirklich verändern, während der Unterschied zwischen A und A+ für die Haushaltskasse kaum eine Rolle spielt. Die Spanne innerhalb einer Klasse bleibt dabei die größte Unsicherheit: Ein Haus mit 161 Kilowattstunden ist gerade eben Klasse F und kostet 2.479 Euro im Jahr, ein Haus mit 200 Kilowattstunden trägt denselben Buchstaben und kostet 601 Euro mehr. Lass dir den Zahlenwert nennen und arbeite mit ihm statt mit dem Buchstaben.

Bei einer Eigentumswohnung landet der größte Teil dieser Summe nicht in einer eigenen Rechnung, sondern im monatlichen Hausgeld, und wird erst mit der Jahresabrechnung genau zugeordnet. Welche Bestandteile dieser Zahlung dauerhaft beim Eigentümer bleiben und welche du auf einen Mieter umlegen kannst, ordnet unser Artikel zum Hausgeld im Einzelnen zu.

Warum derselbe Buchstabe unterschiedlich viel kostet

Der Buchstabe beschreibt die Endenergie, und Endenergie ist je nach Energieträger unterschiedlich teuer. Die Tabelle oben rechnet mit Erdgas zu 11 Cent, während Wärmepumpenstrom Anfang September 2026 für Neukunden im Mittel bei 20,7 Cent je Kilowattstunde liegt. Zwei Häuser mit demselben Wert im Ausweis stellen dir also sehr verschiedene Rechnungen, je nachdem, welcher Energieträger im Ausweis genannt ist. Multipliziere den Endenergiewert deshalb immer mit dem Preis des Trägers, der tatsächlich im Keller steht, und nicht mit dem Gaspreis aus einer Beispieltabelle.

Umgekehrt verschiebt schon der Wärmeerzeuger allein den Buchstaben, ohne dass sich an der Bausubstanz etwas ändert. Ein Haus, dessen Hülle 200 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr an Wärme verlangt, steht mit einem Gaskessel in Klasse F. Wird derselbe Wärmebedarf von einer Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 gedeckt, sinkt die Endenergie auf rund 57 Kilowattstunden je Quadratmeter, und das Gebäude landet in Klasse B. Die Wände sind dieselben geblieben, die Heizkosten fallen bei diesem Beispiel von 3.080 auf etwa 1.652 Euro im Jahr, und der Buchstabe hat sich um vier Stufen bewegt.

Für dich als Käufer folgen daraus zwei praktische Konsequenzen. Ein sehr guter Buchstabe an einem alten Gebäude weist häufig auf eine neue Heizung und nicht auf eine gedämmte Hülle hin, was für die laufenden Kosten gut und für den Sanierungsstau irrelevant ist. Ein schlechter Buchstabe an einem Haus mit intakten Fenstern und gedämmtem Dach kommt dagegen oft allein vom alten Kessel und lässt sich mit einer einzigen, gut geförderten Maßnahme deutlich verbessern.

Ansonsten entscheidet das Baujahr mehr über die Klasse als jedes andere Merkmal. Vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 gab es keine bundesweite Dämmvorgabe, weshalb unsanierte Gebäude aus dieser Zeit fast immer in den Klassen F bis H liegen. Die Verschärfungen von 1984 und 1995 und die späteren Energieeinsparverordnungen haben den Standard stufenweise angehoben, sodass ein unsaniertes Haus aus den späten neunziger Jahren typischerweise bei D oder E ankommt. Wenn Baujahr und Klasse nicht zueinander passen, steckt in dieser Abweichung die eigentliche Information über das Objekt.

Warum die Zahl im Exposé oft zu gut aussieht

Der Endenergiewert einer Anzeige kann auf zwei völlig verschiedenen Wegen entstanden sein, und nur einer davon beschreibt das Gebäude. Ein Verbrauchsausweis rechnet die Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre um und bildet damit ab, wie die bisherigen Bewohner geheizt haben. Ein sparsames älteres Ehepaar, das zwei Zimmer ungenutzt lässt und im Winter auf 19 Grad heizt, erzeugt in einem unsanierten Haus einen Wert, der eine Klasse besser ausfällt als die Substanz hergibt. Ein Bedarfsausweis berechnet den Wert dagegen aus Bauteilen, Fenstern, Dämmung und Anlagentechnik und ist vom Verhalten unabhängig.

Für ältere kleine Gebäude schreibt das Gesetz den genaueren Weg vor. Bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist beim Verkauf grundsätzlich ein Bedarfsausweis auszustellen, sofern das Gebäude nicht durch spätere Sanierungen das damalige Anforderungsniveau erreicht. Wenn dir für ein Haus aus den fünfziger oder sechziger Jahren ein Verbrauchsausweis vorgelegt wird, ist die Frage nach dem Grund berechtigt und die Antwort aufschlussreich.

Vorlegen muss der Verkäufer den Ausweis spätestens bei der Besichtigung, und übergeben muss er ihn oder eine Kopie davon nach Abschluss des Kaufvertrags. Die Immobilienanzeige selbst muss bereits die Art des Ausweises, den Endenergiewert, den wesentlichen Energieträger, bei Wohngebäuden das Baujahr und die im Ausweis genannte Energieeffizienzklasse enthalten. Eine Anzeige, in der nur der Buchstabe steht, ist damit unvollständig. Welche weiteren Dokumente du vor dem Notartermin zusammen haben solltest, listet unser Artikel zu den Unterlagen beim Wohnungskauf mit den zugehörigen Fristen auf.

Welche Pflichten gehen mit dem Kauf auf dich über?

Mit dem Eigentum übernimmst du eine Nachrüstpflicht, die den Vorbesitzer möglicherweise nie erreicht hat. Seit dem 29. Juli 2026 heißt das maßgebliche Gesetz Gebäudemodernisierungsgesetz und hat das Gebäudeenergiegesetz abgelöst. Es verlangt weiterhin, dass oberste Geschossdecken, die den Mindestwärmeschutz nicht erfüllen, so gedämmt werden, dass der Wärmedurchgangskoeffizient 0,24 Watt je Quadratmeter und Kelvin nicht überschreitet. Als erfüllt gilt die Pflicht auch dann, wenn stattdessen das darüberliegende Dach entsprechend gedämmt ist.

Für Wohngebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, greift die Pflicht erst mit dem ersten Eigentumsübergang nach dem 1. Februar 2002, und die Frist zur Erfüllung beträgt zwei Jahre ab diesem Übergang. Dieser Stichtag liegt so weit zurück, dass die Pflicht bei den meisten heute angebotenen Häusern längst fällig geworden ist. Wenn der Dachboden trotzdem ungedämmt ist, kaufst du eine offene Verpflichtung mit, und deine eigene Frist beginnt mit der Umschreibung im Grundbuch. Es gibt eine Ausnahme, die vor der Panik schützt: Die Pflicht entfällt, soweit sich der nötige Aufwand nicht in angemessener Frist über die Einsparungen erwirtschaften lässt.

Beim Heizungsaustausch hat sich die Lage im Sommer 2026 spürbar entspannt. Die Pflicht, Öl- und Gasheizungen nach dreißig Betriebsjahren auszutauschen, ist ebenso entfallen wie die Vorgabe, dass eine neue Heizung zu 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen muss. An ihre Stelle tritt eine Quote für den Brennstoff selbst, die ab 2029 mit 10 Prozent beginnt, 2030 auf 15 und 2035 auf 30 Prozent steigt. Für die Kaufentscheidung heißt das, dass ein alter Kessel keinen gesetzlichen Countdown mehr auslöst, der laufende Betrieb über die Brennstoffkosten aber teurer wird.

Was ist eine schlechte Klasse beim Preis wert?

Die ehrliche Antwort steht in der Monatsrate und nicht im Gefühl. Die folgende Rechnung stellt zwei identische Häuser mit 140 Quadratmetern gegenüber, eines in Klasse C und eines in Klasse F, beide zum selben Angebotspreis von 480.000 Euro. Der gleichwertige Darlehensbetrag ergibt sich aus der jährlichen Mehrbelastung geteilt durch eine Annuität von 6 Prozent, also 4 Prozent Sollzins und 2 Prozent anfänglicher Tilgung, was Anfang September 2026 einer zehnjährigen Zinsbindung im Marktmittel entspricht.

PositionKlasse CKlasse F
Angebotspreis480.000 €480.000 €
Heizkosten im Jahr1.540 €3.080 €
Mehrkosten gegenüber Klasse C-1.540 €
Gleichwertiger Darlehensbetrag-25.667 €
Preis für gleiche Monatsbelastung480.000 €454.333 €

Der nötige Abschlag entspricht rund 5,3 Prozent des Kaufpreises, und er kauft dir nur die gleiche Monatsrate, keine einzige Sanierungsmaßnahme. Der Markt hat einen Teil dieser Rechnung bereits vorweggenommen. Eine Auswertung von ImmoScout24 vom ersten Quartal 2021 bis zum vierten Quartal 2025 zeigt bei Eigentumswohnungen einen Anstieg der Quadratmeterpreise in Klasse A von 5.371 auf 6.095 Euro, während Klasse G von 4.065 auf 3.558 Euro und Klasse H von 3.679 auf 3.222 Euro nachgegeben haben. Wer heute in Klasse F oder schlechter kauft, verhandelt also gegen einen Trend, der in denselben Zahlen schon sichtbar ist, und sollte den Abschlag entsprechend selbstbewusst ansetzen. Was die zusätzliche Summe an Darlehen tatsächlich pro Monat auslöst und wie stark eine Sondertilgung sie verkürzt, kannst du im Tilgungsplan mit Sondertilgung durchrechnen.

Gleichzeitig ist Klasse E oder schlechter kein Sonderfall, sondern der Normalzustand: Rund 42 Prozent aller Wohnungen und Häuser in Deutschland liegen in diesem Bereich. Ein Haus dieser Kategorie zu meiden ist deshalb keine Strategie, sondern eine Verengung des Suchfelds auf ein knappes und teures Segment.

Was kostet es, die Klasse zu verbessern?

Die günstigste Maßnahme ist zugleich die, die das Gesetz ohnehin verlangt. Eine nicht begehbare Dämmung der obersten Geschossdecke kostet je nach Ausführung 20 bis 35 Euro je Quadratmeter, eine begehbare Variante mit druckfester Platte und Belag 40 bis 80 Euro, und eine Einblasdämmung liegt dazwischen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ergeben sich daraus 1.100 bis 1.925 Euro in der nicht begehbaren und 2.200 bis 4.400 Euro in der begehbaren Ausführung. Die Maßnahme senkt den Heizenergiebedarf um rund 7 Prozent, was im Beispielhaus der Klasse F etwa 216 Euro im Jahr entspricht und die Investition damit im einstelligen Jahresbereich zurückholt.

Bei der Förderung lohnt der genaue Blick auf eine Änderung vom 21. Juli 2026. Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle gibt es weiterhin eine Grundförderung von 15 Prozent der förderfähigen Kosten, und der Bonus von 5 Prozentpunkten für einen individuellen Sanierungsfahrplan wird seither nur noch auf den Kostenanteil oberhalb von 30.000 Euro gewährt. Bei einer Dachbodendämmung für 1.500 Euro bleiben damit 15 Prozent, also 225 Euro, und der oft zitierte Satz von 20 Prozent geht an dieser Maßnahme vorbei.

Der Heizungstausch läuft über ein eigenes Programm der KfW mit der Nummer 458 und ist deutlich großzügiger ausgestattet. Die Grundförderung liegt bei 30 Prozent, dazu kommt ein Klimageschwindigkeits-Bonus von 16 Prozent, der bis zum 1. August 2028 schrittweise auf null zurückgeführt wird, sowie ein einkommensabhängiger Bonus zwischen 10 und 40 Prozent. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent der förderfähigen Kosten und bei 80 Prozent für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro, wobei bei einem Einfamilienhaus Kosten bis 28.000 Euro berücksichtigt werden.

Bei einer Eigentumswohnung entscheidest du über all das nicht allein, denn Dach, Fassade und Heizzentrale gehören zum Gemeinschaftseigentum und werden über die Rücklage oder eine Sonderumlage finanziert. Wie viel dort angespart sein sollte und woran du eine unterdeckte Gemeinschaft erkennst, beschreibt unser Artikel zur Instandhaltungsrücklage mit den üblichen Richtwerten je Quadratmeter.

Welche Fragen du vor der Besichtigung klärst

Die Klasse allein trägt keine Kaufentscheidung, die vier Angaben dahinter schon. Frag den Verkäufer oder die Hausverwaltung vor dem Termin nach den folgenden Punkten, damit du beim Rundgang nicht raten musst:

  1. Art und Ausstellungsdatum des Ausweises, weil ein Verbrauchsausweis über eine sparsam bewohnte Phase ein zu freundliches Bild zeichnet.
  2. Der Endenergiewert in Kilowattstunden, weil er innerhalb derselben Klasse um bis zu 50 Kilowattstunden schwanken kann.
  3. Baujahr und Leistung des Wärmeerzeugers, weil ein Kessel jenseits der zwanzig Jahre die wahrscheinlichste nächste größere Ausgabe ist.
  4. Zustand der obersten Geschossdecke oder des Daches, weil daran die Nachrüstpflicht hängt, die mit dem Eigentum auf dich übergeht.

Beim Rundgang selbst reichen zwei Beobachtungen, um die Papierlage zu prüfen. Ein ungedämmter Dachboden ist mit bloßem Auge zu erkennen, und die Fenster verraten über das Typenschild im Falz oder die Zahl der Scheiben, aus welcher Bausubstanz-Epoche die Hülle stammt. Beides sind Beobachtungen und keine Diagnosen, aber sie sagen dir, welche der vier Angaben du dir schriftlich geben lässt, bevor du ein Angebot abgibst.

Wie die Klasse in dein Budget gehört

Die Energieeffizienzklasse gehört nicht auf die Liste der weichen Kriterien, sondern in dieselbe Zeile wie Zins und Tilgung. Rechne die Klasse mit dem Endenergiewert und deiner tatsächlichen Wohnfläche in einen Jahresbetrag um, teile ihn durch zwölf und zieh ihn von der Rate ab, die du monatlich tragen kannst. Was danach übrig bleibt, ist dein ehrlicher Finanzierungsspielraum, und er fällt bei einem Haus der Klasse F um gut hundert Euro schmaler aus als bei einem sanierten Objekt zum gleichen Preis.

Der zweite Schritt ist die Gegenrechnung auf der Kaufseite. Setz den nötigen Abschlag als Verhandlungsposition an, plane die Nachrüstpflicht und den absehbaren Heizungstausch als eigene Position neben dem Eigenkapital ein und prüfe, wie sich beides zu den Kaufnebenkosten für dein Bundesland addiert. Erst diese Gesamtsumme sagt dir, ob das günstigere Objekt am Ende wirklich das günstigere ist. Rechne dein Objekt in wenigen Minuten durch — kostenlos und ohne Anmeldung.

Beispielrechnung

Heizkosten in Klasse F
3.080 €
140 m², 200 kWh/m²a, 11 Cent je Kilowattstunde
Mehrkosten gegenüber Klasse C
1.540 €
pro Jahr, also 128 € im Monat
Nötiger Preisabschlag
25.667 €
damit die Monatsrate gleich bleibt, 4 % Zins und 2 % Tilgung

Häufige Fragen

Welche Energieeffizienzklasse sollte ein Haus haben?
Aus reiner Kostensicht wird es ab Klasse C angenehm, weil ein Wohngebäude dieser Klasse höchstens 100 Kilowattstunden Endenergie je Quadratmeter und Jahr braucht und die Heizkosten damit bei einer üblichen Wohnfläche im niedrigen vierstelligen Bereich bleiben. Klasse D und E sind der Normalfall im Bestand und kein Ausschlusskriterium, solange der Preis die höheren Betriebskosten abbildet. Ab Klasse F lohnt sich die Rechnung nur noch, wenn der Kaufpreis den Unterschied und den absehbaren Sanierungsaufwand mit abdeckt.
Wie viel Kilowattstunden hat welche Energieeffizienzklasse?
Nach Anlage 10 des Gebäudemodernisierungsgesetzes gilt für Wohngebäude: A+ bis 30, A bis 50, B bis 75, C bis 100, D bis 130, E bis 160, F bis 200 und G bis 250 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr. Alles darüber ist Klasse H. Gemeint ist die Endenergie für Heizung, Warmwasser und Hilfsenergie, nicht der Haushaltsstrom.
Ist die Energieeffizienzklasse F schlecht?
Klasse F bedeutet einen Endenergiebedarf von bis zu 200 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr, also bei 140 Quadratmetern Wohnfläche rund 3.080 Euro Heizkosten im Jahr. Gegenüber einem vergleichbaren Haus in Klasse C sind das etwa 1.540 Euro mehr pro Jahr. Der Kaufpreis müsste rund 25.667 Euro niedriger liegen, damit die monatliche Gesamtbelastung gleich bleibt, und dieser Abschlag deckt die spätere Sanierung noch nicht ab.
Wo finde ich die Energieeffizienzklasse eines Hauses?
Sie steht im Energieausweis und muss seit Langem auch in der Immobilienanzeige selbst genannt werden, sobald ein Ausweis vorliegt. Die Anzeige muss außerdem die Art des Ausweises, den Endenergiewert, den wesentlichen Energieträger und bei Wohngebäuden das Baujahr enthalten. Fehlt eine dieser Angaben, ist das ein guter Anlass, den vollständigen Ausweis anzufordern.
Was ist der Unterschied zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis?
Der Verbrauchsausweis rechnet die tatsächlichen Abrechnungen der letzten drei Jahre um und misst damit vor allem das Heizverhalten der bisherigen Bewohner. Der Bedarfsausweis berechnet den Energiebedarf aus Bauteilen und Anlagentechnik und beschreibt damit das Gebäude selbst. Bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist beim Verkauf grundsätzlich ein Bedarfsausweis vorgeschrieben.
Welche Sanierungspflicht übernehme ich beim Kauf eines Altbaus?
Das Gebäudemodernisierungsgesetz verlangt, dass ungedämmte oberste Geschossdecken so gedämmt werden, dass der Wärmedurchgangskoeffizient 0,24 Watt je Quadratmeter und Kelvin nicht überschreitet. Bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, greift die Pflicht erst nach einem Eigentumsübergang, und die Frist beträgt zwei Jahre. Sie entfällt, wenn sich der Aufwand nicht in angemessener Frist über die Einsparungen erwirtschaften lässt.
Wie stark drückt eine schlechte Klasse den Wiederverkaufswert?
Eine Auswertung von ImmoScout24 über den Zeitraum vom ersten Quartal 2021 bis zum vierten Quartal 2025 zeigt bei Eigentumswohnungen einen Anstieg der Quadratmeterpreise in Klasse A von 5.371 auf 6.095 Euro, während Klasse G von 4.065 auf 3.558 Euro und Klasse H von 3.679 auf 3.222 Euro gefallen sind. Rund 42 Prozent aller Wohnungen und Häuser in Deutschland liegen in Klasse E oder darunter, weshalb der Bestand in diesem Bereich nicht knapp ist.
Mit deinen Zahlen durchrechnen
Übernimm dieses Beispiel als Startpunkt und rechne es mit deinen Zahlen durch.

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